Grußwort des Direktors

Sehr geehrte Damen und Herren,

vor zwei Jahren würdigte Bundespräsident Joachim Gauck anlässlich des 14. Deutschen Volkshochschultages in Berlin die bundesweit rund 900 Volkshochschulen als „Werkstätten der Demokratie“, als „Schulen für das ganze Leben“, in denen Bürgerinnen und Bürger ihr Recht auf Bildung einlösen könnten. Und er betonte: „Unsere Bürgergesellschaft braucht solche Institutionen“.

Die Erwachsenenbildung ist vor dem Hintergrund des lebensbegleitenden Lernens in der Tat ein ganz zentraler Faktor. Insofern als sich nicht nur technologische Entwicklungen, sondern auch ganze gesellschaftliche Systeme in immer kürzeren Intervallen verändern und somit die allgemeinen wie individuellen Herausforderungen andere werden. Zugespitzt formuliert: Leben bedeutet Lernen.

Die Geschichte der Erwachsenenbildung ist eng gekoppelt an die Vorstellung einer demokratisch legitimierten und agierenden Bürgergesellschaft. Beide sind ideelle Kinder der Aufklärung. Wir brauchen gebildete Bürgerinnen und Bürger, die situationsunabhängig analysieren können und interventionsfähig sind, will sagen: die mitdenken und sich einmischen.

Die politische Erwachsenenbildung ist essentieller Teil dieses lebenslangen Lernprozesses. Denn wer sich und die Welt, in der wir leben, verstehen und Politik mitgestalten will, braucht politische Bildung: Sie qualifiziert für Engagement oder gar die Übernahme politischer Aufgaben, ist aber auch ein Angebot zur Orientierung und Information.

Dementsprechend sind gerade die Bildungsangebote der Erwachsenenbildung Spiegel des jeweiligen Zeitgeschehens. Sie ermöglichen eine Verbindung von politischen Entwicklungen mit dem ganz persönlichen Alltag – auch im Kleinen, im Privaten – unserer Teilnehmerinnen und Teilnehmer und zeigen Handlungsoptionen auf. Dadurch wird die Volkshochschule zu einem fundamentalen „Ermöglichungsort“ für Demokratie, wobei – richtig angeleitet – auch das Internet zunehmend als Kommunikationsraum der politischen Bildung an Bedeutung gewinnen wird.

Zugleich ist die politische Erwachsenenbildung stets abhängig von den übergeordneten Rahmenbedingungen, den sozialen Gegebenheiten und dem vorherrschenden kulturellen Klima in der Gesellschaft. Sie ist kein „Feuerlöscher“, der sich kurzfristig aktivieren lässt, sondern eine – mitunter mühsame und teure, dennoch alternativlose – Daueraufgabe, die sich am Ende des Tages auszahlen wird.

Insofern hat unser ehemaliger Bundespräsident nicht übertrieben: Es entspricht unserem Selbstverständnis als Volkshochschule, Ort des Lernens, der Begegnung und der Verständigung zu sein, wo (politische) Bildung zwischen Menschen verschiedener Herkunft, Zugehörigkeiten, Weltanschauungen, Interessen und Ziele vermittelt und moderiert wird. Denn nur eine lebendige Streitkultur ist Garant für eine funktionierende demokratische Gesellschaft. Um mit Voltaire zu schließen:

„Ich teile Ihre Meinung nicht, aber ich würde mein Leben dafür einsetzen, dass Sie sie äußern dürfen.“

In wünsche Ihnen – ganz in diesem Sinne – ein schönes Sommersemester 2019!

Ihr

Felice Balletta

Leiter der Volkshochschule


nach oben
 

Volkshochschule Fürth

Hirschenstr. 27/29
90762 Fürth

Telefon & Fax

Telefon: 0911 974-1700
Fax: 0911 974-1706

Kontakt & Anfahrt

Anfahrt
Öffnungszeiten

© 2019 Konzept, Gestaltung & Umsetzung: ITEM KG