Was bedeutet es, mit Demenz zu leben – und wie können wir Betroffenen besser verstehen? Diplom-Psychologin und Liedermacherin Sarah Straub erzählt in ihrer Konzertlesung von persönlichen Begegnungen und verbindet ihre Erfahrungen mit Musik zu einem eindrücklichen Live-Programm. Sie vermittelt Einblicke in das Erleben von Menschen mit Demenz und zeigt Wege auf, ihnen im Alltag mit mehr Verständnis zu begegnen.
Ein erwachsener Sohn verliert seine Mutter. In den Wochen vor ihrem Tod gibt der Alltag den Rhythmus vor: es wird gekocht, auf Krankenhausfluren gewartet, gehofft und getrauert. In den Alltag schleichen sich Geschichten. Die, die immer erzählt wurden, und die, die dahinter durchschimmern. Was weiß der Sohn, in Deutschland zu Hause, von der Jugend seiner Mutter in der Türkei? Während Anıl und seine Familie in der Gegenwart versuchen, zu begreifen, welchen Einfluss der nahende Tod ihrer Mutter auf sie hat, sucht Mürüvvet, die Frau, die seine Mutter einmal gewesen ist, im westtürkischen Aydin 1973 nach Wegen ins Leben. Inmitten politischer Umstürze gibt sie alles, um ihren Vater davon abzuhalten, sie nach Deutschland mitzunehmen. Sie fürchtet um ihre Träume, bis der Gedanke an Deutschland sie nicht mehr loslässt. Fikri Anıl Altıntaş, 1992 in Wetzlar geboren, lebt und arbeitet in Berlin. In seinen Texten, u.a. für die ZEIT, taz, Deutschlandfunk Kultur, ZDF und Berliner Ensemble, beschäftigt er sich mit Rollenbildern und Geschlechtergerechtigkeit. Sein Debütroman "Im Morgen wächst ein Birnbaum" erschien 2023. Die Veranstaltung wird moderiert von vhs-Leiter Felice Balletta.
„Wird schon wieder“... und dann das Schweigen. Wie sprechen Männer über Gefühle? Benjamin Krauss liest aus "Raum für Männergefühle" und eröffnet einen ehrlichen Raum für Themen wie Scham, Wut und Sehnsucht. Persönlich, nahbar und ohne Fassade geht es um emotionale Sprachlosigkeit und den Mut, sich zu zeigen. Eine Einladung zum Zuhören, Wiedererkennen und ins Gespräch kommen – für Männer, Partner*innen und alle, die Beziehung bewusst gestalten wollen.
Norbert Gstrein schenkt uns ein ganzes Menschenleben. Dabei ist jedes Leben zerbrechlich in diesem Roman, der mit einem Axthieb beginnt: Adrians Vater macht ihn als Jugendlichen untauglich für den Ersten Weltkrieg, rettet ihn so vielleicht. Der störrische, zärtliche Mensch, der von da an durch über achtzig Lebensjahre hinkt, ist das Wunder dieses Erzählens. Adrian sieht zweimal seine Welt untergehen, hat zweimal mit jungen Männern zu tun, die weniger Glück hatten als er, und erlebt im Alter die unverhoffte Liebesgeschichte eines Mannes, der zu allem erzogen wurde, bloß nicht zum Lieben. Wie leben im Schatten der Kriege und des Tötens? Mit einem furchtlosen Blick in die Vergangenheit stellt sich "Im ersten Licht" dieser großen Frage der Gegenwart. Norbert Gstrein, geboren 1961 in Mils in Tirol, zählt zu den bedeutendsten deutschsprachigen Gegenwartsautoren. Seit umfangreiches Werk wurde mehrfach mit Literaturpreisen ausgezeichnet. Die Veranstaltung wird moderiert von vhs-Leiter Felice Balletta.
Migration prägt Franken seit Jahrhunderten. Ob Hugenotten, Heimatvertriebene oder heute Menschen aus Syrien und der Ukraine – sie alle haben das Leben, die Kultur und die Entwicklung unserer Städte und Gemeinden mitgestaltet. Die musikalische Lesung von Werner Schwanfelder (Text) und Siegfried Staab (Musik) erzählt von Aufbruch, Ankommen und Zugehörigkeit und lädt dazu ein, Zuwanderung aus historischer und persönlicher Perspektive zu betrachten. Texte und Musik verbinden sich zu einem berührenden Abend über Vielfalt, gesellschaftlichen Wandel und die Chancen eines offenen Miteinanders.
Ernst Dietrich Hollmann liest "Texte zur kalten Zeit". Das sind Gedichte, Lieder, Geschichten über außergewöhnliche Begebenheiten, banale Ereignisse, Hoffnungen und Enttäuschungen, die in der Advent- und Weihnachtszeit so nah beieinanderliegen wie nirgends sonst. Geschichten von Wärme und Kälte, vom Verbundensein wie auch von emotionalen Frostbeulen und Distanz.
Cordelia Schuster hat einen kleinen Koffer voll Geschichten gepackt. Da können Märchen, Selbsterfundenes, bearbeitete Literaturvorlagen oder wahre Begebenheiten mit dabei sein. Die Theaterpädagogin erzählt frei und ohne Text vom Lieben und vom Leben, vom Hässlichen und Schönen, von Schüchternen und Draufgänger*innen, von großen und kleinen Gefühlen, vom anders sein, vom Alltag und vom Aufbruch in neue Welten. Vielleicht wird eine Geschichte vom verliebten Schwan, von starken Frauen, von Jungen, die ganz anders sind, vom Geisterschiff, von der Hexe mit den roten Röcken oder vom Tatoostudio erzählt. Ihr Köfferchen ist voller Erzählungen. Welche sie davon auspackt, entscheidet der Zufall und die Gunst des Augenblicks. Den Nachmittag begleitet Philip Tröger am Piano. Er erschafft Atmosphären, von zart bis bombastisch, verhalten, überraschend und mitreißend. Er lässt Landschaften vor unserem inneren Auge entstehen, untermalt die Geschichten oder kontrastiert. Seine musikalischen Zwischenspiele geben Zeit zum Träumen und Nachdenken.
Eine junge Frau kehrt in ihre norddeutsche Heimat zurück. Eine Versöhnung mit der Gegend und der Mutter, die im Sterben liegt. Eine Liebeserklärung. Die Ich-Erzählerin ist zurück im Elternhaus. Schleswig-Holstein: Salzwiesen. Vogelschwärme. Windräder. Die Gegenwart wird zum Stillleben, während die Zeit rückwärts läuft: Die dominante Mutter, evangelische Pastorin, die Pumps trägt zum Talar. Die von April bis Oktober auf Strümpfe verzichtet. Die heiße Kartoffeln stets mit den bloßen Fingern pellt. Die ihr Kind im Supermarkt vergisst. Die jetzt eine Echthaarperücke trägt und ihre eigene Beerdigung plant. – Wie geht vergeben, wenn nicht mehr viel Zeit bleibt? Die deutsch-dänische Schriftstellerin und Kunsthistorikerin Marie-Louise Monrad Møller, 1986 in Odense geboren, verbindet Komik und Tragik zu einem außergewöhnlich schönen Debütroman. Die Veranstaltung wird moderiert von Cordula Doßler, Leiterin des vhs-Fachbereichs Kultur.
