Kiemer, Anna
Der Vortrag ist Teil der Reihe:
Servus, KI! Der Bayern-Dialog zu Künstlicher Intelligenz
Digitale Technologien bieten Unternehmen viele Chancen, bringen aber auch Herausforderungen mit sich. Denn Digitalisierung bedeutet meist mehr als nur die Einführung neuer technischer Lösungen. Häufig verändert sie die Art, wie gearbeitet wird, wie Abläufe organisiert sind und wie Menschen im Betrieb zusammenarbeiten.
Damit verändern sich auch Formen der Zusammenarbeit und Verantwortlichkeiten im Betrieb. Gerade in solchen Umbruchsphasen spielen die Beschäftigten eine zentrale Rolle. Sie sind es, die neue Technologien anwenden, neue Arbeitsweisen erproben und Veränderungen im Alltag praktisch umsetzen.
Die Erfahrungen aus der Praxis zeigen jedoch, dass Digitalisierung sehr unterschiedlich wahrgenommen wird. Sie kann die Arbeit erleichtern, neue Möglichkeiten schaffen und Prozesse verbessern. Gleichzeitig kann sie aber auch zusätzlichen Aufwand, höheren Zeitdruck oder neue Belastungen mit sich bringen. Wie sich digitale Technologien tatsächlich auswirken, hängt deshalb stark davon ab, wie sie im Unternehmen eingeführt und gestaltet werden.
Digitale Transformation lässt sich nicht einfach von oben vorgeben. Sie gelingt nur, wenn die Beschäftigten aktiv einbezogen werden. Zwar entstehen heute oft neue Möglichkeiten zur Beteiligung, doch diese gehen nicht immer mit tatsächlichem Einfluss oder verbindlicher Mitbestimmung einher.
Im Vortrag geben wir Einblicke in ein aktuelles Forschungsprojekt, in dem wir ein traditionsreiches Maschinenbauunternehmen auf seinem Weg durch die digitale Transformation begleiten.
Gemeinsam mit Teilnehmenden möchten wir folgende Fragen diskutieren:
- Was bedeutet digitale Transformation für Betriebe?
- Welche neuen Formen der Zusammenarbeit entstehen?
- Vor welchen Chancen und Herausforderungen stehen Unternehmen, Führungskräfte und Beschäftigte?
- Wie kann digitale Transformation gemeinsam mit den Beschäftigten gestaltet werden?
Der Vortrag lädt dazu ein, eigene Erfahrungen einzubringen, unterschiedliche Perspektiven auszutauschen und gemeinsam darüber nachzudenken, wie digitale Transformation in der Praxis erfolgreich, nachhaltig und mit Beteiligung der Beschäftigten gestaltet werden kann.
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PD Dr. Angela Graf verantwortet die Stabsstelle Forschung und ist Forschungskoordinatorin sowie Projektleiterin am bidt. Seit 2023 ist sie die Koordinatorin des Forschungsbereichs „Wirtschaft und Arbeit“ und leitet seit 2020 das bidt-Forschungsprojekt „Digitale Transformation von Engineering-Unternehmen – Eine Frage der Identität“. Zudem ist sie seit 2020 Privatdozentin an der TUM School of Social Sciences and Technology der TU München. Nach dem Studium der Soziologie, BWL und Rechtswissenschaften promovierte sie 2014 an der TU Darmstadt zum Thema „Die Wissenschaftselite Deutschlands“. Anschließend war sie als Post-Doc am Munich Center for Technology in Society (MCTS) und am Lehrstuhl für Wissenschaftssoziologie an der TU München. 2020 habilitierte sie sich in Soziologie mit dem Thema „Herrschaftsverhältnisse in Bewegung – Transformationsdynamiken im wissenschaftlichen Feld Deutschlands“. Zu ihren Arbeits- und Forschungsschwerpunkten zählen u.a. Transformationsprozesse, Digitalisierung, Organisationsforschung, technische Professionen, Macht- und Herrschaftsverhältnisse sowie Fragen sozialer Ungleichheit in Wirtschaft und Wissenschaft.
Anna Kiemer ist wissenschaftliche Referentin in der Abteilung Forschung am bidt. Sie forscht aktuell im interdisziplinären Projekt „Digitale Transformation von Engineering-Unternehmen – eine Frage der Identität“. Nach einem Bachelor- und Masterstudium der Soziologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München arbeitete sie bereits als wissenschaftliche Hilfskraft am bidt. Anschließend sammelte sie weitere Forschungserfahrungen in einem Projekt über Nachhaltigkeit im Gesundheitswesen an der Universität Augsburg. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen in der Gesundheits- und Professionssoziologie sowie in der Organisationsforschung.
