Es gibt Umbrüche, die allumfassend sind, die etwas mit uns machen. Unsere Gesprächsgäste haben solche Umbrüche erlebt. Für Nadja Klier, Tochter einer DDR-Bürgerrechtlerin, war die Überwachung durch die Stasi Alltag. Ihre plötzliche Ausbürgerung 1988 aus der DDR erlebte die Jugendliche als Schock und existentiellen Umbruch. Ingo Hasselbach geriet schon früh in Konflikt mit dem DDR-Regime. Zunächst war er Punk, radikalisierte sich dann im Gefängnis und wurde Anfang der 1990er-Jahre zu einem der führenden Neonazis Ostdeutschlands. Er schaffte den gefährlichen Ausstieg aus der Szene und gründete ein Aussteigernetzwerk. Das Gespräch mit den Gästen bleibt nicht in der Vergangenheit stehen: Aufklärung über die Diktatur in der DDR und die erlebten Umbruchserfahrungen sind heute wichtiger denn je. Und auch Rechtsextremismusprävention bleibt ein zentrales Thema. Moderation: Knut Elstermann Den Link zur Veranstaltung senden wir den Teilnehmenden rechtzeitig vor dem Termin zu. Die Online-Reihe „Geteilte Geschichte, gemeinsame Zukunft. Deutsche Einheit im Gespräch“ wird vom Deutschen Volkshochschul-Verband (DVV) und dem Bundesarbeitskreis Politische Grundbildung (BAK PGU) in Kooperation mit der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur durchgeführt. Die Reihe fragt nach den unterschiedlichen Erfahrungen und Perspektiven auf die deutsche Teilung und Wiedervereinigung. Dabei stehen auch die Folgen für Gegenwart und Zukunft im Fokus. In drei kompakten Online-Veranstaltungen bringen Expertinnen und Experten, Zeitzeuginnen und Zeitzeugen sowie Moderierende aus Zivilgesellschaft und Bildung unterschiedliche Blickwinkel zusammen: historische Einordnungen, persönliche Erinnerungen und aktuelle Debatten zur gesellschaftlichen und politischen Entwicklung seit 1990. Angesprochen sind alle interessierten Bürgerinnen und Bürger. Ziel der Reihe ist es, Wissen zu vermitteln, Verständigung zwischen Ost und West zu fördern und Gesprächsangebote zu schaffen, die zur konstruktiven Auseinandersetzung über gemeinsame Herausforderungen der Gegenwart anregen.
Der Vortrag beschreibt den familiär-ideologischen Hintergrund, den Werdegang und die Zukunftsvision von XI Jinping. In seinem „5-Punkte-Plan“ machte er bereits 2012 offen klar, wohin er China führen will – Weltmacht Nr. 1 im Jahre 2040. Was hat XI bislang erreicht, wie geht es weiter, welches sind die innen- und außenpolitischen Probleme, die dieses ambitionierte Ziel verzögern oder sogar aufhalten könnten? Wo steht XI / China aktuell im Kampf um die neue Weltordnung? Diese Fragen behandelt der Vortrag und geht auf Fragen selbstverständlich ein. Martina Baues ist Historikerin und Politikwissenschaftlerin und hat zwischen 1990 und 2023 als Botschaftsrätin an verschiedenen Orten in diversen Ländern gelebt und gearbeitet.
Wenn wir über die Einheit Deutschlands sprechen, meinen wir oft die Erfahrungen der „Mehrheitsgesellschaft“. Doch wie erlebten Menschen mit Migrationsgeschichte die Umbrüche seit 1989/90? Ihre Geschichten erzählen nicht nur von Freude und Erleichterung, sondern auch von Unsicherheit, Ausgrenzung und Rassismus. Es ist höchste Zeit, sich diesen Leerstellen in unserer Erinnerungskultur zu widmen - seien Sie Teil davon! Moderation: Nhi Le Den Link zur Veranstaltung senden wir den Teilnehmenden rechtzeitig vor dem Termin zu. Die Online-Reihe „Geteilte Geschichte, gemeinsame Zukunft. Deutsche Einheit im Gespräch“ wird vom Deutschen Volkshochschul-Verband (DVV) und dem Bundesarbeitskreis Politische Grundbildung (BAK PGU) in Kooperation mit der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur durchgeführt. Die Reihe fragt nach den unterschiedlichen Erfahrungen und Perspektiven auf die deutsche Teilung und Wiedervereinigung. Dabei stehen auch die Folgen für Gegenwart und Zukunft im Fokus. In drei kompakten Online-Veranstaltungen bringen Expertinnen und Experten, Zeitzeuginnen und Zeitzeugen sowie Moderierende aus Zivilgesellschaft und Bildung unterschiedliche Blickwinkel zusammen: historische Einordnungen, persönliche Erinnerungen und aktuelle Debatten zur gesellschaftlichen und politischen Entwicklung seit 1990. Angesprochen sind alle interessierten Bürgerinnen und Bürger. Ziel der Reihe ist es, Wissen zu vermitteln, Verständigung zwischen Ost und West zu fördern und Gesprächsangebote zu schaffen, die zur konstruktiven Auseinandersetzung über gemeinsame Herausforderungen der Gegenwart anregen.
Seit Heinrich Heine und bis in die Gegenwart sind jüdische Autoren und Autorinnen ein wichtiger Bestandteil der deutschen Literatur. In ihren Werken kommt zum Ausdruck, was man die „deutsch-jüdische Symbiose“ zu nennen pflegte. Aber nicht erst seit Hitler war dieser Begriff sehr problematisch und wird heute kaum noch verwendet. Seit etwa zwei Generationen gibt es in Deutschland auch jüdische Autoren und Autorinnen aus einem anderen Land: aus Israel. Nach der Staatsgründung 1948 dauerte es noch etwa zwei Jahrzehnte, bis diese Literatur international bekannt wurde, und seit den 1980er Jahren sind Namen wie Amos Oz, Zeruya Shalev oder David Grossman auf dem deutschen Buchmarkt sehr präsent. Als Dichter und Verleger kennt Michael Krüger viele israelische Autoren persönlich; Jakob Hessing, Autor und Germanist an der Hebräischen Universität in Jerusalem, erforscht die Geschichte der deutsch-jüdischen Literatur. In einem Gespräch tauschen sie ihre Erfahrungen aus.
Kein Hightech-Produkt, ob Smartphones, Fernsehen, Autos oder Flugzeuge, kommt ohne Metalle aus, die „seltene Erden“ genannt werden. Global versuchen alle Industrienationen, sich diese Rohstoffe zu sichern. Der Abbau ist oft umweltzerstörerisch, die Arbeitsbedingungen sind katastrophal. Und, was vielfach nicht bekannt genug ist: China hat sich bei vielen dieser Metalle bereits mehr als 90 Prozent der Vorkommen gesichert. Was heißt das für die künftigen globalen Machtverhältnisse? Gibt es aus dieser Abhängigkeit überhaupt noch ein Entkommen? Georg Escher, langjähriger Außenpolitik-Redakteur bei den Nürnberger Nachrichten, ist als Journalist, Referent und Moderator tätig (Schwerpunkt: Außen- und Sicherheitspolitik).
In Deutschland drangsaliert und verfolgt, versuchten viele Juden verzweifelt, sich ins Ausland zu retten. Doch potenzielle Zufluchtsstaaten schlossen ihre Grenzen und schotteten sich mit jeder weiteren deutschen Expansion stärker ab. Der Völkerbund und die US-Regierung bemühten sich erfolglos, die Flüchtlingspolitik zu koordinieren: Auf der Konferenz im französischen Évian berieten im Juli 1938 Staaten und Hilfsorganisationen über die Aufnahme von Flüchtlingen - ohne Ergebnis. Die Nazis höhnten, niemand wolle die Juden haben. Weil Flüchtlingen eine reguläre Einreise verwehrt blieb, bestiegen sie seeuntüchtige Boote, bezahlten Fluchthelfer und gingen illegale Wege, um sich in Sicherheit zu bringen. Susanne Heim ist Historikerin und Politikwissenschaftlerin. Sie war Projektleiterin der wissenschaftlichen Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933 bis 1945", Gastprofessorin in Wien und hat an einschlägigen Institutionen und Archiven in Jerusalem, Washington, Cincinnati und New York geforscht.
Nach dem militärischen Angriff Israels und der USA werden die Karten im Iran komplett neu gemischt. Doch wie sieht die Zukunft dieses Landes aus? Noch ist vieles ungewiss. Die Vorstellungen Trumps und Netanjahus für das Land sind möglicherweise andere als die der Iraner. Können und wollen die Europäer sich da als Partner überhaupt einbringen? Wenn ja, wie sollte das aussehen? Georg Escher, langjähriger Außenpolitik-Redakteur bei den Nürnberger Nachrichten, ist als Journalist, Referent und Moderator tätig (Schwerpunkt: Außen- und Sicherheitspolitik).
Gibt es einen Trumpismus ohne Trump? Wie wird sich die MAGA-Bewegung angesichts der immer eklatanter werdenden Führungsschwäche des alternden Präsidenten weiterentwickeln? Wie sieht es in der MAGA-Bewegung intern aus? Der Vortrag zeichnet ein Innenbild der rivalisierenden Strömungen der trumpistischen Szene in den USA im Umfeld der anstehenden Zwischenwahlen und analysiert die Stärkeverhältnisse innerhalb der rechten Szene in den USA. Prof. Dr. Michael Hochgeschwender lehrt Nordamerikanische Kulturgeschichte, Empirische Kulturforschung und Kulturanthropologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München.
Was unterscheidet das Aufwachsen in einer Diktatur von dem in einer Demokratie? Was passierte, wenn Jugendliche in der DDR mit dem System in Konflikt gerieten? Gemeinsam gehen wir der Frage nach, was junge Menschen damals geprägt hat und was sie heute beschäftigt, wo Erfahrungen vergleichbar und wo Unterschiede entscheidend sind. Die Veranstaltung lädt dazu ein, Generationen ins Gespräch zu bringen und über das Leben von jungen Menschen in Umbruchszeiten nachzudenken. Moderation: Miriam Menzel Den Link zur Veranstaltung senden wir den Teilnehmenden rechtzeitig vor dem Termin zu. Die Online-Reihe „Geteilte Geschichte, gemeinsame Zukunft. Deutsche Einheit im Gespräch“ wird vom Deutschen Volkshochschul-Verband (DVV) und dem Bundesarbeitskreis Politische Grundbildung (BAK PGU) in Kooperation mit der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur durchgeführt. Die Reihe fragt nach den unterschiedlichen Erfahrungen und Perspektiven auf die deutsche Teilung und Wiedervereinigung. Dabei stehen auch die Folgen für Gegenwart und Zukunft im Fokus. In drei kompakten Online-Veranstaltungen bringen Expertinnen und Experten, Zeitzeuginnen und Zeitzeugen sowie Moderierende aus Zivilgesellschaft und Bildung unterschiedliche Blickwinkel zusammen: historische Einordnungen, persönliche Erinnerungen und aktuelle Debatten zur gesellschaftlichen und politischen Entwicklung seit 1990. Angesprochen sind alle interessierten Bürgerinnen und Bürger. Ziel der Reihe ist es, Wissen zu vermitteln, Verständigung zwischen Ost und West zu fördern und Gesprächsangebote zu schaffen, die zur konstruktiven Auseinandersetzung über gemeinsame Herausforderungen der Gegenwart anregen.
Unter den Kanzlern der Bundesrepublik Deutschland ragt Konrad Adenauer heraus. Er ist es, der nach NS-Diktatur, Zweitem Weltkrieg und Holocaust 1949 die erste Bundesregierung bilden kann und die von außen gestiftete Demokratie im Westen verankert. Damit legt er die Fundamente einer Erfolgsgeschichte, die den Westdeutschen auf Jahrzehnte hinaus Wohlstand und Frieden beschert. Aber Adenauer ist es auch, der die deutsche Teilung in Kauf nimmt und Millionen seiner Landsleute ein Beschweigen ihrer Vergangenheit ermöglicht. Der renommierte Zeithistoriker Prof. Dr. Norbert Frei nimmt den 150. Geburtstag des Gründungskanzlers zum Anlass für ein unbestechliches Portrait des Mannes, der die deutsche Geschichte nach 1945 geprägt hat wie niemand sonst. Prof. Dr. Norbert Frei lehrte Neuere und Neueste Geschichte an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Davor forschte er u.a. an dem Institut für Zeitgeschichte, an der Harvard University, in Princeton, in Jerusalem und am Wissenschaftskolleg zu Berlin.
Vor gut 40 Jahren, am 26. April 1986, ereignete sich der folgenschwerste Unfall in der Geschichte der friedlichen Nutzung von Kernenergie nahe der Ortschaft Tschernobyl. Der Fürther Fotograf Claus W. Vogl, selbst geprägt durch die damaligen Ereignisse auch in seiner Heimatstadt Fürth, wagte im Jahr 2011 und 2013 die ungewöhnliche Reise in die Sperrzone von Tschernobyl in der heutigen Ukraine. Die Arbeiten von Claus W. Vogl führen an einen Ort, der wie kaum ein anderer für Zerstörung, Erinnerung und das Nachwirken menschlichen Handelns steht. In seinen Fotografien zeigt sich nicht nur die sichtbare Spur der Katastrophe, sondern auch eine verstörende Stille, in der Zeit, Natur und Geschichte auf besondere Weise miteinander in Dialog treten. Seine Bilder dokumentieren einen verlassenen Raum und eröffnen auch einen Blick auf Vergänglichkeit, Verletzlichkeit und die Frage, was bleibt. Sie laden dazu ein, innezuhalten, genau hinzusehen und sich einem Ort zu nähern, der bis heute zwischen Mahnmal und Mythos steht. Die Motive lassen Betrachtungsweisen zwischen Faszination, Angst und auch künstlerischer Schönheit zu.
Obwohl die drei Länder Estland, Lettland und Litauen immer gemeinsam genannt werden, sind sie sehr unterschiedlich, zum Beispiel in ihren Sprachen: Die Esten sprechen eine finno-ugrische Sprache, die Letten und Litauer zwei baltische (indogermanische) Sprachen oder in ihren Religionen: Die Esten und Letten sind protestantisch, die Litauer, die jahrhundertelang mit Polen verbunden waren, katholisch. Gemeinsam ist ihnen, dass sie lange unter fremden Herrschaften standen: Schweden, der Deutsche Orden und die später sogenannten Deutschbalten spielten eine große Rolle, wie auch Russland und die Sowjetunion, die ihre Identität auslöschen wollten. Ein Blick in die Geschichte, die nie völlig vergangen ist, sondern die Gegenwart prägt, kann helfen, diese Länder kennen zu lernen, ihre wirtschaftlich günstige Lage an der Ostsee in der Hanse, die langen Zeiten der fremden Herrschaften, vor allem auch der Deutschen, die späte Nationsbildung, die friedlichen Revolutionen 1990 und 1991, als Litauen sich als erstes Land von der Sowjetunion lossagte und in Estland die „singende Revolution“ stattfand und dann der Weg nach Europa, in die Europäischen Union und die Nato (2004) mit einer eindrucksvollen Entwicklung zu Demokratie und dynamischen Volkswirtschaften. Estland wurde das europäische Vorzeigeland in Sachen Digitalisierung. Bemerkenswert für die gegenwärtige Lage ist, dass die Bundesrepublik dauerhaft eine Panzerbrigade in Litauen stationiert, das an Kaliningrad und Belarus grenzt und die Gefährdung Europas in der seit 2022 veränderten Weltpolitik besonders deutlich macht. Die Historikerin Barbara Ohm beschäftigt sich mit Themen der neueren Geschichte sowie mit der Fürther Stadtgeschichte.
Lange war Afrika der vergessene Kontinent. Bilder von Armut und Konflikten dominierten die Nachrichten. Doch die Lage hat sich geändert. In etlichen afrikanischen Staaten gibt es hohe Wachstumsraten, viel Innovationskraft, es wird gebaut, es wächst eine neue Mittelschicht heran. Zudem hat ein intensiver Wettlauf um die immensen Ressourcen des Kontinents eingesetzt. China, Russland, Indien und die Europäer, sie alle wollen ihren Einfluss stärken. Erstmals jedoch können die afrikanischen Staaten sich die Partner selbst aussuchen, und die Europäer sind nicht automatisch bevorzugt. Und was passiert, falls das 21. Jahrhundert keine afrikanische Erfolgsgeschichte wird? Georg Escher, langjähriger Außenpolitik-Redakteur bei den Nürnberger Nachrichten, ist als Journalist, Referent und Moderator tätig (Schwerpunkt: Außen- und Sicherheitspolitik).
