Der Fotograf Claus Schönberger lädt Sie ein zu einer besonderen Reise: Mit seinen Infrarotfotografien zeigt er bekannte Orte der Kleeblattstadt aus einer ungewohnten Perspektive – jenseits dessen, was unser Auge normalerweise wahrnimmt. Die Infrarotfotografie macht sichtbar, was dem menschlichen Auge verborgen bleibt. Dabei handelt es sich nicht um Wärmebilder, sondern um Aufnahmen mit Lichtwellen, die außerhalb des sichtbaren Spektrums liegen. Durch diese Technik erscheint Blattgrün strahlend weiß, da Chlorophyll im infraroten Bereich transparent ist und somit das Licht am in der Pflanze enthaltenen Wasser reflektiert wird – ein Effekt, der auch als „Wood-Effekt“ bekannt ist – während der Himmel ungewöhnlich dunkel erscheint. So entsteht eine surreale Bildwirkung, die vertraute Stadtansichten wie verzaubert wirken lässt. Für diese besonderen Aufnahmen verwendet Claus Schönberger eine speziell umgebaute Kamera, die den sogenannten nahen Infrarotbereich erfassen kann. Lassen Sie sich überraschen – und sehen Sie Fürth, wie Sie es noch nie gesehen haben!
"Tower of Winds" – ein alter Mythos neu entdeckt Inmitten Athens erhebt sich der legendäre Turm der Winde – ein achteckiges Bauwerk, dessen Reliefs acht geflügelte Gestalten zeigen: die Anemoi, die alten griechischen Windgötter. Jeder von ihnen verkörpert eine Himmelsrichtung – und einen eigenen Charakter. Der heiße Südwind Notos bringt Regen und Gewitter, Euros kündigt den Herbst an, Boreas fegt als stürmischer Nordwind durch die Lande – und Zephyros, der milde Westwind, flüstert vom Frühling. In dieser Ausstellung finden sich alle acht Winde zu einem faszinierenden Wiedersehen ein: lebendig, temperamentvoll, geheimnisvoll. Die Illustratorin Caroline Gerngroß hat sie neu zum Leben erweckt – mit einer einzigartigen Bildsprache, die das Unsichtbare sichtbar macht: Luft in Bewegung, Farbe in Fluss, Form im Tanz. Tauchen Sie ein in den Zauber dieser mythischen Welt und lassen Sie sich bei der Vernissage in der vhs Fürth vom Spiel der Winde verzaubern!
Am 1. September 1939 überfiel Deutschland Polen. Wenige Wochen später, am 1. November 1939 übernahmen zahlreiche Fürther Beamte, darunter der Fürther Oberbürgermeister Franz Jakob, die Stadtverwaltung von Toruń. Sie errichteten dort ein brutales Terrorregime, das die polnische und jüdische Bevölkerung unterdrückte, ausraubte und deportierte bzw. ermordete, um jede polnische Identität auszulöschen. Die Ausstellung aus Toruń über diese Besatzungszeit wird in deutscher Übersetzung in Fürth gezeigt. Sie erinnert an eine in Fürth weitgehend unbekannte Geschichte. Die Verbrechen der aus Fürth stammenden Täter Gauleiter Albert Forster, Oberbürgermeister Franz Jakob und Adolf Schwammberger sind in Polen jedoch fest im Gedächtnis geblieben. Die Ausstellung wird durch den Oberbürgermeister eröffnet.
Fürth ist mit rund 130.000 Einwohnerinnen und Einwohnern die sechstgrößte Großstadt in Bayern und ihre Geschichte ist wesentlich durch Zuwanderung geprägt. Wir begeben uns mit der Ausstellung und dem Buch "Arrival City - Geschichten vom Ankommen und Bleiben in Deutschland" auf eine Spurensuche in der Fürther Alt- und Innenstadt, Stadtteile, die im Zweiten Weltkrieg weitgehend unzerstört blieben. Dort prägten wirtschaftliches Wachstum, Arbeitsmigration und soziale Unterschiede das Stadtbild besonders stark. Alt- und Innenstadt nehmen seit Jahrzehnten Zugewanderte auf, was im städtischen Raum sichtbar ist – vor allem in den von Migrantinnen und Migranten geführten Geschäften, deren Wurzeln in der seit den 1960er Jahren als „Gastarbeiterzuwanderung“ bezeichneten Arbeitsmigration liegen und denen heute Gründungen durch neu Zugewanderte folgen. Den untersuchten Stadtraum bezeichnen wir mit dem Begriff der „Arrival City“ oder der „Ankunftsstadt“, den der britisch-kanadische Journalist Doug Saunders prägte für Städte oder Teile von Städten, in die besonders viele Menschen zuwandern. Ausstellung und Buch stellen Menschen aus Fürth und ihre Migrationsgeschichten vor und laden zu einer Begegnung mit diesen ein. Prof. Dr. Stefan Applis, geb. 1969 in Fürth, unterrichtet an Universität und Schule Geografie und Philosophie. In seiner geografischen Arbeit beschäftigt er sich mit sozialen, wirtschaftlichen und politischen Transformationsprozessen in den Feldern der Stadt- und der Tourismusgeografie. Chris Frenz, geb. 1973 in Fürth, ist Fotograf. Er dokumentiert seit vielen Jahren die Veränderungen der Stadt Fürth und engagiert sich in der Förderung des Nachwuchses aus der Region in der analogen Fotografie.
